Tomatenautomat

Die Tomate kam zuletzt hinzu.

 

Ein längerer Prozess ist hier eingeschrieben. es geht buchstäblich ums Erschaffen...

Die Inspirationen, die während der Anfangsphase als zufällige „Phrasierungen“ ein Stimmungsgerüst abgeben, entscheiden nicht immer, wohin sich die weitere Entwicklung in der täglichen Auseinandersetzung mit der Zeichnung und aus der täglichen Zusammenfügung des Alltagsgeschehens heraus*, bewegen werden.

Oft ist da inzwischen Widu, der es liebt sich an dem Schaffensprozess mit seiner ihm eigenen Dynamik zu beteiligen und es gelingt mir zumeist, ihn gewähren zu lassen, auch bis - oder eben gerade - hin zu einer gewissen Schmerzgrenze, die dann wenn sie erkennbar wird mir Zeichen genug ist, auf diese zu achten. Diese Grenze zeigt mir die Gewichtungen innerhalb der bereits entstandenen Konfigurationen und die Wichtigkeiten einzelner Formen oder Texturen.

So bildet sich also nach und nach in der Zusammenarbeit mit den teils „widrigen Umständen“ die eigentliche Geschichte der nieder- geschriebenen Zeichnung heraus und wird so ein Zusammengefügtes durch die Auseinandersetzung.

Im dann erkannten Endstadium der Zeichnung, welches nicht immer schon klar vorausgesehen wurde, kam das Zusammensein mit den selbst sich in den Moment hinein kreierenden Jugendlichen, die aus der Laune heraus geboren, Tomatenautomaten als Skizzen entwarfen.

Da wurde mit bewusst, dass es sich bei meiner Arbeit durchaus auch um einen Tomatenautomat handeln könnte. So war die Tomate schnell hinzuerfunden und fand ihren Platz, in Irre führender Weise, am Anfang.

Sie unterstreicht in plastischer Weise, die allerdings auch nicht zu fotografisch umgesetzt, das spielerische Element, das in der Kunst ein so wichtiger Bestandteil und die eigentliche Grundessenz ist und auch sein sollte.

 

*(wobei die beiden Begriffe:  Auseinandersetzung und Zusammenfügung, bewusst - so - gewählt wurden und dennoch auch ausgetauscht werden können...)

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Tomatenautomat

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