Malerei

Hinten vor den Grund Öl auf Leinen 2016

gemeinsam

alt und neu

und immer artig

alles Kunst

Text zur Kunst

am Beispiel zu dem Aquarell:

Der Baum im Marmeladeglas

Der Baum im Marmeladeglas

 

Das Blatt ist die Fläche auf der sich die verborgenen Symbole der Wirklichkeit abzeichnen, durchscheinen und die Geschichte einer einfachen und dennoch unendlichen Begebenheit erzählen. Alles ist miteinander verwoben steht in Beziehung und jede Regung wirkt sich unwillkürlich auf alles aus.

Als der Baum aus dem Marmeladeglas herauswuchs, was über Nacht plötzlich geschehen war mussten sich alle Dinge neu ordnen um das Gefühl der inneren Sicherheit aufrecht zu erhalten. Die Klammer am Kreuz verlor ihren Sinn und sehnte sich nun nach dem Kopf um ihn hängen zu lassen. Der allgemeine Durchblick war getrübt und ein neues Blatt fing an sich herauszuschälen um die alte Geschichte abzulösen die nie ihr Ende erreichen würde.

Der Augenblick den es zu beschreiben gilt ist die Situation am Fenster in der Straße der alten Tage bzw. der Tage der Alten. Die ganze Vergangenheit stapelte sich in dem Wohnzimmer, das der Raum war in dem sich das wahre Leben des Alten, der Alten abspielte. Das tägliche Ritual des Atmens der Abfolge der Gedanken und der Automatik der immerwährenden Handlungen, die sich auf das Eigentliche beschränkten, sich selbst zu sein.

Die Notwendigkeit des Daseins als solches zu beschreiben. Die Unabdingbarkeit des Seins das aus Arbeit und Leistung besteht, da ohne diese Handlungen keine Berechtigung des Seins existiert.

Das war schon immer so.

Und das war also die Quittung. Der Lohn hatte sich schon längst zu den Seinen gesellt und dieser Beleg, die sogenannte Quittung interessierte noch nicht einmal mehr das Finanzamt. Ein leerer durchscheinender Schein, der wenn man genauer hinsah, auf das Fensterkreuz blicken ließ, nein noch mehr das dahinter betonte, das Außerhalb.

Dort scheint die Nacht. Sie schimmert geradezu und erfüllt die Dinge im Raum mit ihere Unwirklichkeit oder der Transzendenz der Projektion. Sie werden durch das schwarze Licht merkwürdig kostbar und entrücken ihrer Bedeutung ohne dabei bedeutungslos zu sein. Sie sind die Semantik eines Lebens das sich selbst erschuf um zu sein und zu zeigen. Das wird nie mehr Verwesung ohne konserviert zu sein. Vielleicht sogar Symbole der Ewigkeit.

Was ist die Ewigkeit?

Ein Goldfisch im Wasserglas oder das nicht enden wollen des sich Erschaffen und Zerstören?

Anfang und Ende haben nichts im Kreis verloren und sind auch nicht zu finden. Die endlose Linie und doch sehnt man sich nach einem Punkt. Vielleicht doch jener von dem aus alles anfing. Wie einst die Schöpfung, die doch nie einen Anfang zu haben schien aus der Perspektive des Unendlichen.

Die Acht auf das Ganze Öl auf Leinen 2016

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